Newsletter | Akademie für Konflikttransformation
Falls dieser Newsletter nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.
Akademie für Konflikttransformation
Home | Kontakt | Stellenmarkt | Impressum
Akademie für Konflikttransformation

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr geht so langsam zu Ende, aber bei uns in der Akademie wird man auf vorweihnachtliche Beschaulichkeit wohl noch eine Weile warten müssen. Während wir mit Hochdruck an der Vorbereitung unserer neuen Angebote arbeiten (im Frühjahr 2011 werden erstmals drei Kurse parallel stattfinden!), suchen wir gleichzeitig verstärkt den Kontakt zur (Fach-) Öffentlichkeit etwa durch Veranstaltungen und Gastvorträge an zahlreichen Universitäten.

Erfreulicherweise können wir berichten, dass auch die neu gewählte Regierung Nordrhein-Westfalens durch die Vergabe von Stipendien afrikanischen BewerberInnen die Teilnahme an den Kursen der Akademie ermöglicht. Ganz besonders möchten wir Ihnen auch den Kommentar von Andreas Heinemann-Grüder zum Thema „Frieden – mit oder ohne Menschenrechte?“ ans Herz legen – kontroverse Meinungen sind erwünscht!

Eine interessante Lektüre wünscht
Ihr Akademie-Team

 



Frieden - mit oder ohne Menschenrechte?

von Andreas Heinemann-Grüder

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte enthält eine Konflikttheorie: kein Friede ohne Menschenrechte. Wir sind jedoch weit entfernt von einer Kongruenz zwischen Frieden und Menschenrechten. Wer autoritäre Staaten bereist, muss sich vorhalten lassen, dass „der Westen“ seine Überlegenheit eingebüßt hat. Nichts hat die Glaubwürdigkeit mehr untergraben als die billigende Hinnahme oder aktive Mitwirkung an Bagram, Abu Ghraib, Guantánamo oder anderen Foltergefängnissen. Wer „ein bisschen Folter“ tolerabel findet oder die „Staatsräson“ vor Menschenrechte stellt, darf sich nicht wundern, wenn die eigene Doppelmoral dem Gegner als Munition dient.

Gewaltkonflikte bedrohen stets Menschenrechte, doch werden Kriege auch im Namen von Menschenrechten geführt. Die Berufung auf Menschenrechte zeitigt zwiespältige Wirkungen: Gruppenrechte können Individualrechte unterminieren. Bisweilen lassen sich Gewaltkonflikte auch nur beenden, wenn die Einhaltung der Menschenrechte nicht zur Bedingung erhoben wird. Das Dilemma friedensschaffender Bemühungen lautet: Ein Friedensschluss kann in Widerspruch zur nachhaltigen Konfliktlösung stehen. Sollte deshalb auf die Kritik an Menschenrechtsverletzungen „um des Friedens willen“ verzichtet werden?

» zum kompletten Artikel auf unserer Website

Meldungen +++ Meldungen +++ Meldungen +++ Meldungen

Berufsbegleitender Kurs „Zivile Konfliktbearbeitung“ - jetzt online bewerben!

Erstmals bietet die Akademie ihre bewährte Qualifizierung zum/zur „Friedens- und Konfliktberater/-in“ auch berufsbegleitend an. Der Kurs, der im Mai 2011 erstmals startet, verfolgt die gleichen Lernziele wie die Kurse über neun Wochen und vier Monate. Da er sich aber an berufstätige Menschen richtet, dauert er acht Monate und arbeitet mit einem neu entwickelten methodisch-didaktischen Konzept („Blended learning“).

Ein großer Teil der Arbeit findet als Fernstudium statt, wobei die Teilnehmenden von einer Tutorin begleitet werden. Ein zentrales Element ist eine Online-Lernplattform, auf der Lernaufgaben und Kommunikationsmöglichkeiten gebündelt werden. Zu Beginn und während des Kurses finden zudem mehrtägige Präsenzphasen statt.

Ausführliche Informationen und die Möglichkeit zur Online-Bewerbung finden Sie hier.

Eine Anmeldung zu unserem Berufsbegleitenden Kurs „Führung – Mediation – Teamwork“, der im März beginnt, ist ebenfalls noch möglich.

Neue NRW-Regierung setzt
Stipendien-Programm fort

Wie schon in den letzten Jahren fördert das Land Nordrhein-Westfalen auch im kommenden Jahr mehrere afrikanische Teilnehmende an Kursen der Akademie für Konflikttransformation. Als Teil seiner Zusammenarbeit mit dem subsaharischen Afrika möchte das Land die Qualifizierung lokaler Friedensaktivisten unterstützen. Im Frühjahr 2011 können so voraussichtlich zwei junge Frauen aus Kenia und der Demokratischen Republik Kongo am Vier-Monats-Kurs teilnehmen. Beide arbeiten in kirchlichen Friedensorganisationen. Einem bereits erfahreneren Mitarbeiter des National Peace Council in Ghana ermöglicht die Förderung des Landes die Teilnahme am Neun-Wochen-Kurs. Die Förderung aus NRW umfasst dabei die Kursgebühr und Reisekosten. Der größte Finanzierungsanteil für die Kursangebote der Akademie wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geleistet.
Weitere Informationen: Stephan Clauß

Akademie für Konflikttransformation verstärkt ihr Engagement an Universitäten

Mit zahlreichen Vorträgen und Informationsveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen wird die Akademie in den nächsten Monaten den akademischen Nachwuchs und andere Interessierte über die Berufspraxis und Perspektiven in der professionellen Konfliktbearbeitung informieren. Neben einem Vortrag von Stephan Clauß und Andreas Heinemann-Grüder beim "Dies Academicus" in Bonn am 8. Dezember stehen in den nächsten Monaten Veranstaltungen in Augsburg, Frankfurt und Tübingen (Ringvorlesungen oder öffentliche Informationsveranstaltungen) sowie Hamburg und Koblenz (Vorträge im Rahmen von Seminaren) auf dem Programm.
Weitere Informationen: Sofie Steinberger

Veranstaltungsnachlese: Die Akademie in der Diskussion

Deutschland braucht sich seines Pazifismus nicht zu schämen, so der ehemalige Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Zusammen mit der Akademie für Konflikttransformation, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und dem Bonn International Centre for Conversion präsentierte Botschafter a.D. Dr. Günter Joetze am 29.10.2010 die Thesen seines Buches "Der Irak als deutsches Problem" (Baden-Baden: Nomos 2010). Kein Krieg der jüngeren Vergangenheit hat die internationalen Beziehungen mehr verändert als der Irakkrieg - er schwächte die transatlantischen Beziehungen, die Europäische Union und die Vereinten Nationen. Der Autor Joetze diskutierte auf der sehr gut besuchten Veranstaltung im Uni-Club Bonn mit Dr. Andreas Heinemann-Grüder (Leiter der Akademie für Konflikttransformation), Prof. Dr. Carlo Masala (Universität der Bundeswehr München), Prof. Dr. Michael Stürmer (ehem. Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik) und Botschafter a.D. Paul Freiherr von Maltzahn die Konsequenzen für die deutsche und internationale Politik, gefolgt von lebhaften Kommentaren aus dem Publikum.
Weitere Informationen: Andreas Heinemann-Grüder.

Der Leiter der Akademie für Konflikttransformation, Dr. Heinemann-Grüder, sprach am 2.10.2010 in Dresden auf der Konferenz "Wandel nach 20 Jahren Wiedervereinigung - die außenpolitische Rolle der Bundesrepublik Deutschland in Europa und einer globalisierten Welt". Mandate von Friedensfachkräften müssen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zur „roten Linie“ erklären, so das Plädoyer von Heinemann-Grüder. Menschenrechtsverletzungen seien ein recht genauer Indikator für Konflikteskalation, Berichte von Amnesty International oder Human Rights Watch sollten folglich für die Frühwarnung genutzt werden. Angesichts der Zunahme nicht-staatlicher Gewalt müssen auch vermeintlich „privat“ Verfolgte als Flüchtlinge anerkannt werden. Die Opfer von Kriegsfürsten haben Rechte, und zwar unabhängig davon, ob eine staatliche Exekutive der Rechtsverletzer ist.
Weitere Informationen: Andreas Heinemann-Grüder.

Diana Francis, "Urgestein" der britischen Friedensbewegung, stellte am 2.11.2010 im Universitätsclub Bonn ihr jüngstes Buch "From Pacification to Peacebuilding – A Call to Global Transformation" (London: Pluto Press 2010) vor und diskutierte ihre Thesen bei einer Podiumsdiskussion mit Isabella Bauer, pädagogischer Referentin, und Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Leiter der Akademie für Konflikttransformation. Diana Francis, die zugleich an der Akademie für Konflikttransformation trainiert, kritisierte lebhaft die hegemonialen Militärmythen und die Kultur von Zwang und Gewalt. Auf der Grundlage ihrer umfangreichen Erfahrungen als Beraterin – z.B. im Kaukasus, im arabisch-israelischen Konflikt und auf Sri Lanka – plädierte sie vehement für Grundsätze der Interdependenz und der gewaltfreien Solidarität.
Weitere Informationen: Isabella Bauer.

Gesamtprogramm 2011
Unser gedrucktes Gesamtprogramm 2011 erscheint im Dezember!
Jetzt vorbestellen: Einfach eine kurze Nachricht mit Ihrer Adresse an uns schicken.

E-Mail schicken


Aktuelle Angebote
Peace and conflict sensitive impact analysis
Measuring social change and impacts of peace projects
(22.-24.11.)
Mehr
Making Peace work Public
Effective external communication of Peace Projects
(25.-26.11.)
Mehr
Ex-Combatants and Peace Work
Role and potential of Ex-Combatants in Peace Processes
(29.-30.11.)
Mehr
Reflecting on Peace Practice
How to make Peace Work more effective
(1.-3.12.)
Mehr
Transitional Justice
The path from war to peace: reconciliation, truth commissions, tribunals, strengthening local law and human rights issues
(6.-7.12.)
Mehr
Trauma and Peace Work
Identifying trauma and dealing with traumatised people
(8.-10.12.)
Mehr
Consultancy as a Key Qualification
Basics of consultancy and special challenges in peace work
(13.-15.12.)
Mehr
Friedensarbeit als Beruf
Ein Seminar für Ein- und UmsteigerInnen
(15.-16.1.2011)
Mehr
Orientierungstag
für Interessenten der Kurse zum/zur Friedens- und Konfliktberater/-in
(17.1.2011)
Mehr
Dieser Newsletter ist ein Service der Akademie für Konflikttransformation im Forum Ziviler Friedensdienst e. V. und erscheint alle 6 Wochen. Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, schreiben Sie uns eine Nachricht an diese Adresse. Wenn Sie gar keine Nachrichten mehr vom Forum Ziviler Friedensdienst e.V. erhalten wollen, schreiben Sie uns eine Nachricht an diese Adresse.
Forum Ziviler Friedensdienst e. V. | Akademie für Konflikttransformation
Martin Peth -Organisationsreferent-
{domain.address}
Das Erscheinen dieses Newsletters sowie die Angebote der Akademie werden vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.