Oft habe ich mir die Frage gestellt: „Wie kann man Menschen ermächtigen, ihren Standpunkt zu finden und Verantwortung in der Zivilgesellschaft zu übernehmen?“

Ursula Krieger
© forumZFD

„Am meisten beeindruckt haben mich die Menschen, die ich an der Akademie kennengelernt habe. Die verschiedenen Perspektiven, vor allem auch aus dem globalen Süden, sind unersetzlich.“

Weiterlesen
Ursula Krieger Teilnehmende der Vollzeit-Weiterbildung in Friedens- und Konfliktarbeit, 2018

 

Mein Name ist Ursula Krieger. Ich komme aus dem Bildungsbereich, nach meinem Studium habe ich als Lehrerin und in der politischen Bildung gearbeitet. Mein Weg ist nicht immer geradlinig verlaufen und ein normierter 40-Stunden-Job liegt mir nicht. Neben der Lehrtätigkeit habe ich ehrenamtlich gearbeitet und Graswurzelorganisationen in Deutschland mit aufgebaut. Zuletzt war ich als Lehrerin an einer Schule in Palästina. Dort konnte ich alles noch einmal aus einer anderen Perspektive erfahren. Ich habe viele Menschen getroffen, die in der Friedens- und Konfliktarbeit tätig sind, ihre Arbeit hat mich sehr beeindruckt und inspiriert. So habe ich auch von der Akademie für Konflikttransformation erfahren.

Ich weiß noch nicht, ob ich die Kenntnisse aus der Weiterbildung in meine Projekte hier in Deutschland einfließen lasse, oder noch einmal im Ausland arbeiten möchte. Es gibt so vielfältige Einsatzgebiete, so viele Bereiche weltweit, aber auch in Deutschland, in denen Friedensfachkräfte gebraucht werden.

Die Weiterbildung an der Akademie gibt mir jede Woche neue Impulse und intensive Einblicke in all diese Bereiche. Am meisten beeindruckt haben mich die Menschen, die ich während der Weiterbildung kennenlernen durfte. Die Trainerinnen und Trainer, die anderen Teilnehmenden, sie alle sind so interessante und inspirierende Persönlichkeiten. Das Thema Frieden und gewaltfreie Konflikttransformation ist für uns alle eine Herzensangelegenheit. Das verbindet! Und es schafft Vertrauen und einen sicheren Raum, in dem man auch mal loslassen und sich neu ausprobieren kann. Es ist fast wie in eine große Familie.

Natürlich ist nicht immer alles einfach, es kann auch anstrengend sein. Die Gruppe und das TrainerInnen-Team ist sehr divers und auch der globale Süden spielt eine große Rolle. Genau mit diesen Unterschiedlichkeiten arbeiten wir. Die verschiedenen Perspektiven sind unersetzlich. Gleichzeitig sind die unterschiedlichen, zum Teil unbekannten Herangehensweisen oft eine Herausforderung.

Das Konzept der Weiterbildung ist ganzheitlich: Über die Vermittlung von Instrumenten und Methoden hinaus sind die Gruppenprozesse und der Prozess des eigenen Findens mindestens genauso wichtig für die Arbeit in Konflikten. Das braucht Zeit und gewisse Freiräume, die hier gegeben sind. Dafür bin ich sehr dankbar.